Petri-Heil

James hat richtig viel Geld ausgegeben für die von ihm so geschätzte Jagd auf Fische. Drei Hochseeruten, vier Hochleistungsrollen, gefühlt 70 künstliche Köderfische in allen Farben des Regenbogens und einige 1000 Meter Angelleine allerbester Qualität schleppte er in Hamburg mit an Bord.

Die Idee war, während der Reise der LUV durch die jeweiligen Weltmeere für frischen Proviant zu sorgen. Das ist leider gründlich schiefgegangen. Weder in der Nordsee, noch in der Biskaya, schon gar nicht auf dem Atlantik oder in der Karibik ging ihm auch nur die kleinste Makrele an den Haken. Nicht, dass nicht der eine oder andere Meeresbewohner angebissen hätte. Aber wann immer dies geschah, riss die angeblich bruchfeste Leine mitsamt dem teuren Glitzerköder ab. Die LUV segelte einfach zu schnell, Thun- oder Schwertfische boten dann dem schwachen Geschirr einen zu großen Widerstand.

Auf Rede vor Anker oder dümpelnd auf hoher See in der Flaute hat James es auch probiert. Wann immer möglich holte er sich Rat von den heimischen Fischern. Aber entweder haben die ihn reingelegt oder zuvor die See und die Flüsse leergefischt. Jedenfalls blieb alles Bemühen erfolglos.

Nun ist es ja den Anglern angeblich schnuppe, ob sie etwas fangen oder nicht und langweilig ist es ihnen angeblich auch nie dabei. Aber wir hatten schon den Eindruck, dass James den Fischen ihre nachhaltige Zurückhaltung allmählich doch übel nahm.

Am letzten Tag der letzten Etappe unserer Reise, ist alles anders. James hatte sehr lange und ausführlich die Karte erforscht und vor der sonst sehr tiefen Küste auf dem Sockel der Neufundlandbänke einen kleinen Berg ausgemacht: „Dort steht der Fisch!“  Seinem dringlich vorgetragenen Antrag, wenigstens für eine halbe Stunde beizudrehen, konnte niemand ablehnen. Auf lediglich 17 Metern Wassertiefe wirft der Petrijünger seine letzte funktionsfähige Angel aus. Und kaum ist der Blinker unten, meldet er hochzufrieden und sehr glücklich: „Hat ihn!“ Fünf kapitale Fische landen in den gewährten 30 Minuten in der Bordpütz. Am Abend gibt es Dorsch in Dill-Senfs-Soße satt. Am nächsten Tag auch. Am dritten Tag sind wir der Meinung, 15 Minuten hätten es auch getan.

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